Ein Pfälzer Kleinod mitten im Zoo

Neueröffnung des Streichelgeheges am 7. Oktober 2016

Bild "Projekte:Sitzgruppe_Trecker.JPG"Der Streichelzoo stellt einen besonders wichtigen und beliebten Anziehungspunkt vor allem für Familien mit Kindern im Zoo Landau dar. Es ist ein Ort zum Wohlfühlen, an dem die Empathie der Kinder für das Mitgeschöpf „Tier“ besonders gefördert wird und einer ansonsten oft feststellbaren Entfremdung vieler Kinder zur lebenden Kreatur „Tier“, insbesondere auch in Bezug auf sogenannte „Nutztiere“, entgegen gewirkt wird. Der bisherige Streichelzoo des Zoo Landau in der Pfalz wurde 1979, damals finanziert durch den Freundeskreis des Landauer Tiergartens e.V., gestaltet und diente seither in sehr funktioneller Art und Weise als beliebter Ort zur direkten Begegnung zwischen Tier und Mensch. Doch entspricht er aus heutiger gestalterischer und zoopädagogischer Sicht in vieler Hinsicht nicht mehr den notwendigen Anforderungen. Der am 7. Oktober 2016 im Beisein von Herrn Staatsekretär Randolf Stich, Herrn Oberbürgermeister Thomas Hirsch, Herrn Beigeordneten Rudi Klemm und der Landauer Weinprinzessin Rosa Rummel und über 120 weiteren Gästen feierlich eröffnete neue Streichelzoo ist im Stile eines landwirtschaftlichen Pfälzer Kleingehöfts der 50ziger/6oziger Jahre gestaltet worden. Er befindet sich nun in direkter Nähe zur Zooschule auf der ehemaligen Dromedaranlage. Neben den bisher bereits gehaltenen Afrikanischen Zwergziegen und Ouessantschafen beherbergt der neue Bauernhof auch bedrohte, alte Haustierrassen wie das Deutsche Großsilber-Kaninchen und den Bergischen Schlotterkamm, eine nur noch sehr seltene, alte Hühnerrasse. Auch eine Gruppe Mini-Schweine und Süddeutsche Schildtauben sind zu sehen. Eine als Glanrind lebensecht gestaltete Glasfiebermelkkuh in Lebensgröße kann zusätzlich zukünftig auch im Rahmen des Zooschulunterrichts eingesetzt werden oder sie wird bei organisierten Kindergeburtstagen für zusätzlichen Spaß sorgen. „Der im Detail sehr aufwändig und mit diversen historischen Exponaten gestaltete Bereich soll bei unseren Zoobesuchern durchaus gerne auch ein Gefühl der Heimatverbundenheit und der Wertschätzung von Überliefertem wecken,“ sagt Landaus Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel. Er ist dabei zuversichtlich, dass die Ausstellung einstmals oder auch zum Teil noch heute gebräuchlicher Acker- und Handwerksgeräte die Neugier bei Kindern wecken und diese zu Fragen und Diskussionen anregen wird. Für ein gemütliches Zusammensein dienen Tisch- und Bankkombinationen als Picknick- bzw. Erholungsbereich verbunden mit einem für Kinder bekletterbaren historischen Traktor.
Bild "Projekte:Ziegen_und_Schafstall.JPG"Baubeginn war im April diesen Jahres. Die Gesamtinvestition umfasst ca. € 220.000. „Aus Mitteln des I-Stock konnten für diese Maßnahme Landesmittel in Höhe von 60% der Bausumme eingeworben werden,“ bedankt sich Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch bei seinem Grußwort stellvertretend bei Staatssekretär Randolf Stich auch im Namen seiner Stadtvorstandskollegen, Beigeordneten und Zoodezernent Rudi Klemm sowie Bürgermeister Maximilian Ingenthron. Aber wichtige 30% der Finanzierung übernahm auch erneut der Freundeskreis des Landauer Tiergartens e.V., wie dessen Vorsitzender Sanitätsrat Dr. Helmuth Back ausführte. Immerhin 10% der notwendigen Finanzierung wurden aus eigenerwirtschafteten Mitteln des Zoos über den sogenannten ‚Baucent‘ getragen. Ein Großteil der gewünschten Dekorationsgegenstände wie z.B. alte Ackergeräte und ein stillgelegter Traktor konnten zur Freude des Zoos als Sachspenden eingeworben werden. Auch einige der neuen bedrohten tierischen Bewohner wurden dem Zoo kostenlos überlassen. Staatsekretär Randolf Stich zeigte sich von dem neuen Anziehungspunkt innerhalb des Landauer Zoos begeistert und bestätigte seine Auffassung, dass der Zuschuss aus Landesmitteln einer effektiven und sehr attraktiven Verwendung zugekommen sei. „Moderne Zoos sind gelebter Tierschutz“, führte Staatssekretär Stich in seinem Grußwort an.
Bild "Projekte:Kuhstall.JPG"Die Einweihungsveranstaltung wurde zudem umrahmt von Tanzdarbietungen der Volkstanzgruppe Landau Wollmesheim. Und auch die Landauer Weinprinzessin Rosa Rummel ließ es sich nicht nehmen, den Zoo, den sie seit ihrer frühen Jugend kennt und sehr schätzt, zu dem neuen Pfälzer Kleinod zu beglückwünschen. Der für die Planung verantwortliche und im Zoobau erfahrene Architekt Peter Buchert aus Landau erläuterte einige der Herausforderungen und Vorgehensweisen bei der Erstellung der neuen Anlage bevor gemeinsam feierlich das Band zur Tür des Streichelzoos durchschnitten wurde.
Viele Gäste genossen anschließend lokale Weine aus der Zoowein-Edition, zünftiges Bier und Schnittchen, u.a. belegt mit Wurstwaren hergestellt von Schwäbisch Hällischen Landschweinen, einer ebenfalls selten gewordenen alten Rasse, für deren Haltung die höchsten Tierschutzstandards gelten. Bei einem Rundgang zeigten sich alle sehr begeistert von der neuen Anlage, die pünktlich zum Ferienbeginn in Rheinland-Pfalz nun auch den Besuchern des Landauer Zoos zur Verfügung stehen wird.
Aus den Beständen des alten Streichelzoos hat der Zoo Landau noch einige Zwergkaninchen in gute Hände, das heißt, in eine Haltung mit einem großzügigen Außengehege, abzugeben. Interessierte können sich an die Zooverwaltung unter der Telefonnummer 06341-137010 wenden